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Gestufte Studiengänge

Die Einführung der gestuften Studiengänge Bachelor und Master ist eine der größten Veränderungen des deutschen Hochschulsystems im Rahmen des Bologna-Prozesses. Die durch Hochschulrahmengesetz und die Kultusministerkonferenz angestrebte Einführung von Bachelor- und Masterstudiengängen soll zu folgendem beitragen:

  • Verkürzung der bisherigen relativ langen Studienzeiten in Deutschland
     
  • Reduzierung der Studienabbrecherquoten
     
  • Bessere Qualifizierung der Hochschulabsolventen und eine effiziente Anbindung an den Arbeitsmarkt
     
  • Erzeugung einer internationalen Kompatibilität der Studiengänge und Abschlüsse

 

Bestimmungen der Kultusministerkonferenz 

  • Die Einrichtung von Bachelor und Masterstudiengängen ist sowohl an Hochschulen als auch an Fachhochschulen möglich
     
  • Der Bachelorabschluss wird künftig in einem System mit gestuften Studienabschlüssen der Regelabschluss sein. Das Studium dient zur Vermittlung von wissenschaftlichen Grundlagen, Methodenkompetenz und berufsfelderbezogenen Qualifikationen. Der Bachelorabschluss ist ein erster berufsqualifizierender Hochschulabschluss und beinhaltet prinzipiell die gleichen Berechtigungen wie Diplomabschlüsse an Fachhochschulen.
     
  • Der Masterabschluss ist ein weiterer berufsqualifizierender Abschluss. Er verleiht dieselben Berechtigungen wie Diplom- oder Magisterabschlüsse an Universitäten und gleichgestellten Hochschulen. Masterabschlüsse die an Fachhochschulen erworben werden, ermöglichen den Zugang zu Laufbahnen des höheren Dienstes in der öffentlichen Verwaltung.
    Masterstudiengänge werden nach den Profiltypen stärker anwendungsorientiert oder stärker forschungsorientiert differenziert. Zugangsvoraussetzung für einen Masterstudiengang ist immer ein bereits erworbener berufsqualifizierender Hochschulabschluss (z.B. Diplom- oder Bachelorabschluss). Der Zugang zum Masterstudium soll des Weiteren vom Nachweis besonderer Qualifikationen im Hinblick auf die spezifischen Anforderungen des betreffenden Studiengangs abhängig zu machen sind. Dazu gehören z.B. spezielle Sprachkenntnisse, ein Aufnahmetest, ein gutes Bachelorzeugnis.
     
  • Die Regelstudienzeiten im Bachelorstudium beträgt 3-4 Jahre, mindestens 180 bzw. 240-ECTS Punkte sind nachzuweisen sind. Das anschließende Masterstudium dauert 1 bis 2 Jahre und erfordert, unter Einbeziehung des vorangegangenen Studiums, insgesamt 300 ECTS-Punkte.
     
  • Masterabschlüsse an Universitäten, gleichgestellten Hochschulen oder an Fachhochschulen berechtigen grundsätzlich zur Promotion.
     
  • Man unterscheidet zwischen konsekutiven Masterstudiengängen, die auf den das grundständige Bachelorstudiengänge aufbauen, nicht nicht-konsekutiven Masterstudiengängen, die inhaltlich nicht auf einen Bachelor und weiterbildenden Masterstudiengängen, welche  eine einschlägige berufspraktische Erfahrung voraussetzen
     
  • Einführung eines Diplomazusatzes bzw. Diploma-Supplement. Dieses wird dem Abschlusszeugnis mit dem Ziel, die Qualifikationen der europäischen Studierenden transparenter zu darstellen und somit Mobilität zu fördern.

 

Abschlüsse

Entsprechend den einzelnen Fächergruppen werden unterschiedliche Abschlussbezeichnungen vergeben, die wie folgt aussehen:

Bezeichnungen für Bachelor:
Bachelor of Arts (B.A.),  Bachelor of Science (B.Sc.),  Bachelor of Engineering (B.Eng.)
Bachelor of Laws (LL.B.),  Bachelor of Fine Arts (B.F.A.),  Bachelor of Music (B.Mus.),  (
Bachelor of Education (B.Ed.)

Bezeichnungen für Master
Master of Arts (M.A.),  Master of Science (M.Sc.),  Master of Engineering (M.Eng.),  Master of Laws (LL.M.),  Master of Fine Arts (M.F.A.),  Master of Music (M.Mus.),  Master of Education (M.Ed.)

 

Modularisierung

Eine weitere Charakteristik der Bachelor-/Masterstudiengänge ist die Modularisierung der Lehrinhalte. Modularisierung eines Studiums bedeutet, dass Studieninhalte und Veranstaltungen zu größeren, in sich abgeschlossenen und abprüfbaren inhaltlichen Einheiten zusammengefasst werden. Ein Modul kann aus mehreren Veranstaltungen unterschiedlichen Typs bestehen, deren Gemeinsamkeit darin bestehen soll, dass sie gemeinsame Kompetenzen vermitteln. Ein Studium in einem modularisierten Aufbau besteht aus mehreren Modulen: Einige davon sind verpflichtend und andere Teil des Wahlbereiches. Jedes Modul wird mit einer Modulabschlussprüfung abgeschlossen und mit einer bestimmten Anzahl an Kreditpunkten und gegebenenfalls Noten versehen. Der Vorteil der Modularisierung besteht darin, dass beim Design der Module und beim Aufbau des Studiums der Fokus auf die zu erwerbenden Kompetenzen und damit auf die „Learning Outcomes“ liegt.

Modulhanduch und ECTS

Zudem sollte bei der Gestaltung eines Studiengangs ein Modulhandbuch zu Studien- und Prüfungsordnungen erstellt werden, welches eine inhaltliche Beschreibung der Module, der zu vermittelnden Kompetenzen und der in den Modulen verpflichtend bzw. wahlweise vorgesehenen Veranstaltungen und Anforderungen beinhaltet. Die Module, aus denen sich ein Studiengang zusammensetzt, werden mit Kreditpunkten nach dem ECTS-Modell (European Credit Transfer System) versehen. Ein ECTS-Punkt entspricht einem durchschnittlichen studentischen Arbeitsaufwand bzw. Lernleistung (Student Workload) von 30 Stunden. In einem Jahr sollen 60 ECTS- Punkte erworben werden, das entspricht einer Arbeitsbelastung von 1800 Stunden. Für einen Bachelorabschluss sind 180-240 ECTS Punkte und für einen Masterabschluss 60-120 ECTS-Punkte nötig.

 

Studentischer Arbeitsaufwand

Der studentische Arbeitsaufwand beinhaltet zusätzlich zum Besuch der Lehrveranstaltungen auch die Vor- und Nachbereitungszeiten der Veranstaltungen, Prüfungen und die Selbststudienzeit. Dies bedeutet die Einführung eines Paradigmenwechsels in der Lehre von einer Lehrzentrierung hin zu einer Lernzentrierung. Der Studienumfang wird nicht mehr in der Zahl der Semesterwochenstunde gemessen, sondern die gesamte Lernleistung des Studierenden wird als Bemessungsgrundlage für die Anzahl der Leistungspunkte genommen. (Quellen: Hochschulrektorenkonferenz, www.hrk.de;  Bundesagentur für Arbeit, www.studienwahl.de)

 


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